Herausforderung Stillen – angenommen!

Die meisten Mamis machen sich bereits in der Schwangerschaft Gedanken, ob sie denn überhaupt Milch bekommen werden und ob diese dann auch ausreichen wird. In der Schwangerschaft kann man nicht wirklich Maßnahmen setzen, die eine gut gelingende Stillzeit garantieren, ihr könnt euch lediglich mit dem Thema beschäftigen – damit die vielen Informationen dann nicht alle neu sind.

Aus Erfahrung wissen wir, dass ein guter Stillstart bereits im Kreißsaal beginnt.

Eure Brustwarzen versprühen in den ersten zwei Stunden nach der Geburt einen intensiven Geruch, der von euren Kindern wahrgenommen wird. Der natürliche Instinkt von Kindern ist so ausgeprägt, dass sie dem Duft folgen und zur Brustwarze hinrobben. Wenn sie die Brustwarze erreicht haben, schlecken sie dran, bis die Brustwarze erregt ist und dann schnappen sie zu und beginnen zu saugen.

Obwohl Kinder erst ein paar Minuten alt sind, sind sie bereits motiviert zu trinken. Anfangs produziert eure Brust eine sogenannte Vormilch – auch Kolostrum genannt. Sie enthält viele Immun- und Wachstumsstoffe für das Baby. Diese Milch ist gelb, zähflüssig und nur in geringen Mengen vorhanden – auch weil der Magen von eurem Kind noch sehr klein ist. Ihr könnt euch also vorstellen, wie schnell diese paar Tropfen auch wieder verdaut sind. Das erklärt, warum Kinder anfangs sehr oft, manchmal stündlich, an der Brust trinken möchten.

Stillen nach Bedarf sorgt dafür, dass Kinder die Milchproduktion anregen und gleichzeitig auch satt werden.
Babys dürfen nach der Geburt bis zu 10 % ihres Geburtsgewichtes abnehmen. Immerhin haben sie den ersten Stuhl, sie scheiden Urin aus und bekommen verhältnismäßig nur wenig Milch – das Abnehmen ist somit völlig normal.

Je öfter und je effektiver Kinder in den ersten Tagen trinken, desto schneller kommt dann der berüchtigte Milcheinschuss – häufig am dritten, vierten Tag. Das heißt die Brüste werden warm, hart und die Milch „schießt“ ein. Die Farbe der Milch verändert sich und wird weißlicher und flüssiger, die Menge wird deutlich mehr. Dadurch ergeben sich auch längere Abstände zwischen den Mahlzeiten und eine Gewichtszunahme des Kindes – was für die meisten Mamis eine große Erleichterung ist. Das Anlegen am Tag des Milcheinschusses ist oft erschwert durch die Fülle der Brust, was dafür sorgt, dass Kinder die Brustwarze nur schwer fassen können. Wichtig an diesem Tag ist Ruhe, Geduld und kein Besuch – außer dem der Hebamme, die euch mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Milchproduktion verlangt eurem Körper einiges an Energie ab. Das heißt ihr habt einen erhöhten Kalorien- und Flüssigkeitsbedarf. Schaut beim Stillen, dass ihr eine Wasserflasche neben euch habt und auch kleine Snacks, die ihr währenddessen zu euch nehmen könnt. Lasst euch gut bekochen mit nährstoffreichen Speisen – wie einer kräftigende Hühner- oder Gemüsesuppe. Hafer und Gerste eignen sich auch besonders in dieser Zeit. Stilltee fördert ebenfalls die Milchproduktion, er sollte jedoch individuell dosiert werden, da es auch zu einer Überproduktion kommen kann.

Bei Fragen oder Problemen zum Thema Stillen, wendet euch an eure Hebamme oder an eine Stillberaterin. Wir stehen euch gerne in dieser Zeit zur Seite.

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