Ich werde Papa! Und jetzt?

Die Nachricht über eine Schwangerschaft kann bei Männern im ersten Moment unterschiedliche Gefühle auslösen, unabhängig davon, ob ein Kind geplant war, oder nicht. Von Glücksgefühlen über Überforderung bis hin zur Ablehnung – kann alles dabei sein.

Aber eines ist klar: die Nachricht muss erst mal sickern. Nehmt euch dafür Zeit.

Gerade die ersten Wochen der Schwangerschaft sind sowohl für Frauen, als auch für Männer, sehr abstrakt. Man sieht ja noch nicht wirklich was am Bauch der Mama, im Gegenteil – manche Frauen nehmen nochmal ab – bedingt durch Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Was Männer jedoch sehr deutlich spüren ist, dass ihre Frauen deutlich sensibler sind als sonst.

Die erste Zeit ist bei beiden noch geprägt von Unsicherheit, da der Herzschlag vom Kind erst nach ca. 6 Wochen per Ultraschall bestätigt werden kann. Spätestens wenn der Mutter-Kind-Pass ausgestellt wird, wird es realer und die Vorfreude stellt sich ein. Die freudige Nachricht über die Schwangerschaft ist anfangs meist ein Geheimnis des Paares bis sie nach einigen Wochen auch weiter an Familie und Freunde getragen wird. Die erste geheimnisvolle Zeit ist aufregend und schweißt zusammen.

Die Gewissheit Papa zu werden birgt Ängste wie – Bin ich in der Lage eine Familie zu erhalten? Bin ich wirklich schon bereit die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen? Muss ich nun zum Stubenhocker werden, damit ich mich gut um mein Kind kümmern kann?

All diese Sorgen sind total berechtigt und es ist wichtig über die Ängste und Zweifel zu sprechen. Ist die Nachricht erstmals gesickert, stellt sich
nach und nach bei Männern ein sehr ausgeprägter Nestbautrieb ein und sie machen sich bereits Gedanken wie sie das zuhause kindsgerecht gestalten können.

Die Rolle der Väter hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Papas sind nicht mehr die rein autoritären Bezugspersonen, die abends nachhause
kommen und eher einen distanzierten Lebensstil zum Kind pflegen. Im Gegenteil – sie spielen eine sehr wesentliche Rolle im täglichen Leben der
Kinder.

Durch diverse Möglichkeiten, wie die Begleitung zu den Ultraschall Untersuchungen, zum Mutter-Kind-Pass Gespräch, der Besuch eines
Geburtsvorbereitungskurses etc. haben Väter die Möglichkeit, bereits in der Schwangerschaft eine sehr aktive Rolle einzunehmen. Sie sehen wie sich ihr Kind entwickelt, sie spüren die Kindesbewegungen und bauen bereits eine Bindung zum ungeborenen Kind auf.

Die meisten Papas begleiten dann auch ihre Frauen zur Geburt, um sie zu unterstützen – ein Prozess der die Beziehung noch vertiefen kann. Auch in der Zeit nach der Geburt nehmen Väter eine sehr wichtige, unterstützende Rolle ein. Vielen bietet sich die Möglichkeit eines „Papa Monats“ oder flexibler Urlaub nach der Geburt. Die ersten Wochen nach der Geburt ist die Zeit des Kennenlernens und sehr wichtig um als Familie zusammenzuwachsen.

Wenn Papa’s mit großem Stolz ihre Kinder Freunden und Familie vorstellen, oder einfach nur auf der Couch gemeinsam kuscheln, wird klar, dass die
Überforderung und Sorge, es nicht schaffen zu können, verflüchtigt ist und sie sich ein Leben ohne Kind gar nicht mehr vorstellen können!