Sanfte Medizin – die Akupunktur

Von der Akupunktur hat wohl jeder schon mal gehört. Das war nicht immer so: erst in den sechziger Jahren wurden in Europa die ersten wissenschaftlichen Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit der Akupunktur beweisen. Und das, obwohl es ein Jahrtausend altes Wissen ist.

Als Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin freut sich die Akupunktur nun auch in Europa großer Beliebtheit. Da das Grundkonzept vollkommen anders als unsere Schulmedizin ist, gibt es jedoch nach wie vor viele Skeptiker.

Der Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin unterscheidet sich auch sehr von dem unserer gängigen Schulmedizin: Es sollen nicht die Symptome behandelt werden, sondern der Grund der Symptome – das erklärt auch, warum in der Akupunktur meist mehrere Sitzungen notwendig sind, bis sich eine Besserung der Beschwerden einstellt.


Unsere Schulmedizin ist in sehr vielen Fällen unerlässlich. Bei vielen Krankheitsbildern kann die Akupunktur “nur” zusätzlich zur Heilung/Beschwerdebesserung beitragen.

Gerade Schwangerschaftsbeschwerden können oft nicht mit Medikamente behandelt werden – Aussagen wie “ja, das gehört halt dazu wenn man schwanger ist” hält viele Frauen dann davon ab, andere Behandlungsmethoden (wenigstens) auszuprobieren. Diese normalen Schwangerschaftsbeschwerden – die tatsächlich irgendwo dazu gehören – können den Alltag jedoch ziemlich einschränken und beschweren (mit Übelkeitsattacken seine Arbeit im Büro zu erledigen, oder jeden Tag in den Kindergarten müssen, ist wirklich nicht leicht!).

Für manche Beschwerden gäbe es zwar Medikamente – jedoch trauen sich viele Frauen während der Schwangerschaft keine Medikamente nehmen. Zurecht sollte der Einsatz von Medikamenten in der Schwangerschaft weitgehendst vermieden werden bzw. immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Abhilfe durch Akupunktur schadet auf keinem Fall dem Kind!

Auch während der Geburt und im Wochenbett gibt es viele Einsatzgründe für die Akupunktur. So hilft die Akupunktur zum Beispiel nach einem vorzeitigen Blasensprung die Wehen einzuleiten oder bei einem Milchstau, damit die Muttermilch wieder fließen kann.

Gründe zur sanften Medizin zu greifen, gibt es viele – Alternative Behandlungsformen auch. Gut so: denn so ist für jeden was dabei. Am Besten ausprobieren!

Eine Akupunktursitzung dauert in etwa 20-30min. und ist nicht schmerzhaft. Natürlich spürt man einen kurzen Einstich – jedoch sind die Nadeln sehr dünn und daher kann man auch dies nicht als Schmerz bezeichnen. Oftmals kommt es zum sogenannten “De-Qi-Gefühl”: ein warmes, elektrisch-kribbelndes Gefühl. Während der Behandlung spürt man die Nadeln nicht – hin und wieder vielleicht ein Wärmegefühl oder Kribbeln.

Bei manchen Krankheitsbildern ist der Einsatz von Moxazigarren indiziert – eine Beifusszigarre, mit der Wärme an bestimmten Punkten zugeführt wird. Jedoch wird Moxa in der Schwangerschaft nur in einem Fall angewandt: sollte das Baby in Beckenendlage liegen, kann man mit Moxa versuchen eine Wendung herbeizuführen (die Erfolgsquote liegt bei 50%).

Ziemlich beliebt derzeit ist die Akupunktur wenn es um die Geburtsvorbereitung geht. Im wöchentlichen Abstand werden ab der 36.SSW immer dieselben Punkte akupunktiert – im Idealfall 4 Mal. Dadurch kommt es zu einer guten Stärkung der Elemente, die bei der Geburt eine große Rolle spielen – der tolle Nebeneffekt: es kommt zu einer günstigen Reifung von Muttermund und Gebärmutterhals. Studien haben gezeigt, dass dadurch die Eröffnungsphase während der Geburt um 1-2 Stunden verkürzt ist.

Neugierig geworden? Viele Ärzte und Hebammen bieten Akupunktur an. In den größeren Städten gibt es auch viele Mediziner, die nach der TCM arbeiten und wo neben der Akupunktur auch noch mit Kräutern gearbeitet wird. Wie gesagt, am Besten ist es, sich selbst von der Wirkung zu überzeugen.

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