Schlaf? Ein Fremdwort geworden…

Fragt man frisch gebackene Eltern was mit Kind nun die größte Herausforderung ist, dann kommt sehr oft die Antwort – der Schlaf.

Viele Frauen merken schon zum Ende der Schwangerschaft hin, dass der Schlaf sich verändert – Kindsbewegungen, die richtige Schlafposition finden, eine Harnblase, die immerzu zwickt…das alles lässt einem nicht mehr gut durchschlafen. Ja, das ist nervig – aber ganz normal. Die Natur will euch hier schon etwas auf die bevorstehende Zeit vorbereiten.

Man darf auch nicht vergessen, dass unser Wohlstand in den Genen unserer Kinder noch nicht verankert ist. Sie wissen einfach nicht, dass sie ein sicheres Zuhause haben, ein gemütliches Bettchen…und müssen sich daher immer wieder vergewissern, ob der Säbelzahntiger nicht irgendwo auf sie lauert. Sie wissen, dass sie euch zum Überleben brauchen!

Habt daher keine falschen Erwartungen an euer Kind! Anfangs braucht es viel Nähe und will sich immer wieder vergewissern, ob ihr auch da seid. Ausserdem braucht es viel Energie und muss daher auch nachts „zur Fütterung“.
Es ist völlig normal, dass ein Baby nicht durchschläft.

Dieses Wissen hilft ungemein. Dennoch wollen wir euch ein paar Tipps & Tricks verraten, wie ihr mit dem Schlafmangel besser zurecht kommt.

Was passt für mein Kind UND mich?

Viele Babies schlafen besser im Bett der Eltern. Hier spüren sie eure Bewegungen, euren Atem – und wissen, ihr seid da. Ausserdem ist es meist auch angenehmer nicht aufstehen zu müssen, wenn das nächtliche Stillen ansteht. Dennoch: kein Kind „muss“ bei euch schlafen – und es „muss“ auch nicht im eigenen Bett schlafen. Probiert einfach aus, wie es besser ist. Denn: auch ihr solltet guten Schlaf finden – achtet auch auf euch!

Tagsüber Schlafen

Euer Kind hat tagsüber gute Schlafphasen? Super – dann ab mit euch ins Bett. Selbst wenn es nur ein kurzes Nickerchen ist – euer Körper holt sich sehr viel Energie. Arbeiten im Haushalt können liegen bleiben, Termine können auch abgesagt werden – wenn ihr die Ruhe braucht! Vor allem Eltern verstehen das sehr gut!

Gute Ernährung & Bewegung

Versucht euch gesund und nährstoffreich zu ernähren – dann funktioniert es auch mit weniger Schlaf. Schweres Essen liegt lange im Magen und lässt einem nicht nur in der Nacht schlecht schlafen, sondern macht euch auch tagsüber müde. Ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft fördert den Schlaf – auch den eures Kindes.

Vorsicht bei Genussmittel

Klar – ein guter Kaffee macht munter – und schmeckt gut. Auch in der Stillzeit sind kleine Mengen erlaubt – max. 1-2 Tassen pro Tag. Achtet jedoch darauf, wann ihr Koffein genießt. Direkt vor der Stillmahlzeit eures Kindes ist davon abzuraten, da die Muttermilch dann auch Koffein enthält. Auch euer Körper ist nicht mehr soviel von diesen Substanzen gewöhnt – ein Nachmittagskaffee kann auch bei euch schnell zu schlaflosen Nächten führen.

Schlafrituale

Kinder brauchen Rituale, uns Erwachsenen schaden sie aber auch nicht! Je früher ihr mit einem Schlafritual bei eurem Kind beginnt, umso leichter wird später – wenn es älter ist – das „zu-Bett-gehen“. Auch ihr selbst könnt euch mit einem Ritual zur Ruhe bringen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – probiert es einfach mal aus, vlt. mit einer guten Tasse Tee, Musik, einer Geschichte, Lesen…

gute Luft im Schlafzimmer

Ja, Babies brauchen Wärme. Aber sie schlafen, wie wir auch, besser in einem gut gelüfteten – und nicht zu warmen – Schlafzimmer. Gut eingepackt in einem Schlafsack und mit Häubchen braucht ihr euch auch keine Sorgen machen, dass es zu kühl ist.

Unterstützung holen

Wenn euch der Schlafmangel mal zu viel wird, bittet eure Liebsten euch zu unterstützen. Welche Erledigungen können von anderen übernommen werden? Oder ihr wünscht euch mal einen freien Nachmittag zum Ausschlafen? Fragt eure Liebsten ob sie denn mal Lust haben einen langen Spaziergang mit euren Kind zu machen – sie freuen sich, wenn sie helfen können. Wenn euer Partner zuhause ist, wechselt euch ab mit Kinderbetreuung und haut euch dazwischen aufs Ohr.

Keine Angst – wenn ihr gut auf euch schaut, kommt ihr mit der neuen Lebenssituation sehr bald zurecht. Nach einer Zeit der Umstellung werdet ihr sehen, dass man auch mit weniger Schlaf auskommt!

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