Väter bei der Geburt

Wer euch bei der Geburt begleiten soll, ist eine sehr wichtige Entscheidung, da es nicht nur ein “dabei sein und Händchen halten” ist. Die Begleitperson spielt bei der Geburt eine aktive Rolle – auch wenn sie den Schmerz nicht abnehmen kann.

Die meisten entscheiden sich heutzutage für die/den Partner/in. Eine gute Idee – denn bei der Geburt muss viel Oxytocin (Liebeshormon) fließen – und es gibt niemanden, bei dem das besser funktioniert als bei der/dem Partner/in – die Person, mit der ihr beschlossen habt ein Kind zu bekommen!

Egal, wie eure/euer Partner/in in dieser Sache eingestellt ist, wichtig ist, dass ihr vorab über das Ereignis sprecht! Eine Geburt ist eine Ausnahmesituation. Besprecht, wo eure Grenzen liegen – was möchte ich, dass mein/e Partner/in tut bzw. nicht tut.

Niemand soll zu etwas bewogen werden, was er/sie nicht möchte. Wenn sich eure/euer Partner/in nicht vorstellen kann bei der Geburt dabei zu sein, dann akzeptiert das und überlegt, wer stattdessen die Rolle der Begleitperson übernehmen soll. Es macht keinen Sinn, wenn jemand dabei ist – obwohl er/sie gar nicht möchte!

Sollte sich eure/euer Partner/in entschieden haben euch bei der Geburt zu begleiten, empfehlen wir auf jeden Fall einen Geburtsvorbereitungskurs. Erst wenn man weiß, wie es ablaufen wird bzw. was auf einen zukommt, kann man sich gut darauf einstellen. Egal ob in der Gruppe oder einzeln – es gibt sehr viele Angebote für Geburtsvorbereitung und es ist sicher auch das passende für euch dabei!

Wir werden immer wieder mit der Frage konfrontiert: Was kann ich denn als Begleitperson aktiv bei der Geburt machen? Die Angst, dass man nur “zuschauen” kann und nicht wirklich “helfen” verstehen wir sehr gut – ist aber unberechtigt! Die Begleitperson spielt eine sehr wichtige Rolle in der Bergtour deines Lebens – während die Hebamme den Bergführer darstellt, ist die Begleitperson das Seil – ohne das es bei keiner Bergtour geht!

Wir haben für euchnzusammengefasst, was die Begleitperson aktiv bei der Geburt übernehmen kann. Bei einem Geburtsvorbereitungskurs erfährt ihr noch mehr bzw. könnt Entspannungstechniken, Massagen etc. gleich direkt ausprobieren!

Klaren Kopf behalten

er/sie weiß Bescheid, was dir wichtig/nicht wichtig ist und ist ein wichtiger Fürsprecher. Sollte das Geburtshilfe Team etwas entscheiden oder vorschlagen, kann er/sie das mit klaren Kopf für dich durchdenken bzw. mit dir besprechen.

Motivator

eine ganz wichtige Sache! Fast jeder geht bei der Geburt über seine Grenzen – stellt euch das Ganze wie eine sehr anstrengende Bergtour vorstellen. Vor dem letzten steilen Hang braucht ihr guten Zuspruch und Motivation. Kommt das von einer geliebten Person wirkt es gleich doppelt!

angenehme Atmosphäre

Nur so kann das Oxytocin fließen – ruhig, angenehmes Licht, evtl. eure Lieblingsmusik oder euer Lieblingsduft – die Begleitperson weiß Bescheid, wie ihr es am liebsten habt!

Versorgung

Habt ihr genug getrunken und gegessen? Eure Begleitung übernimmt es euch mit energiespendenden Getränken und Snacks zu versorgen.

Berührung/Massage

Ihr produziert bei Wehentätigkeit auch automatisch Hormone, die die Schmerzen lindern. Verstärkt wird dies durch Berührung – doppelt verstärkt durch Berührung von eurer/n Liebste/n. Es sind euch keine Grenzen gesetzt – massieren, kuscheln, küssen. Das kann die Hebamme nicht 😉

Viele Partner/innen wollen unbedingt teilhaben an diesem großen Ereignis – es ist wunderschön und zahlt sich aus, wenn auch eure/euer Partner/in unmittelbar nach der Geburt mit den ganzen Glücksgefühlen gepusht ist – ein Moment, der euch als Familie sofort zusammenschweißen wird!

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